Wahl der Haupt- und Nebenfächer im Hauptstudium/Diplom
An das Grundstudium schließt ein 6-semestriges Hauptstudium (incl. Diplomarbeit).
Im Hauptstudium wählen die Studenten aus folgenden Fächern ein
Hauptfach (37 SWS) und zwei Nebenfächer (je 15 SWS):
Biochemie/Molekularbiologie
Humanökologie und Umwelttoxikologie
Immunologie
Molekulare Mikrobiologie/Virologie
Funktionelle Morphologie und Physiologie
Pharmakologie/WirkstoffkundeNur als Nebenfach möglich: Genetik
Im Nebenfach und Hauptfach werden vertiefte Kenntnisse vermittelt.
Obligatorische Lehrveranstaltungen unabhängig von den gewählten
Haupt- und Nebenfächern im Umfang von 23 SWS:
> Molekular- und Zellbiologie
> Allgemeine Pharmakologie
> Allgemeine Molekulare Humangenetik
> Medizinische Mikrobiologie
> Physiologie und Pathologie der Immunantwort
> Grundlagen der Humanökologie und Ökotoxikologie
> Pathophysiologie
> Grundlagen der Arzneimittelentwicklung
> Klinische Chemie
> Isotopenkurs
Lehrveranstaltungen sind über die ersten 4 Semester verteilt, in den
letzten zwei Semestern wird die Diplomarbeit im Hauptfach angefertigt.
Das Hauptstudium wird abgeschlossen mit der Diplomprüfung in den
Haupt- und Nebenfächern sowie mit der Anfertigung der Diplomarbeit.
Im folgenden geben wir euch einige Einblicke in die einzelnen Fächer
des Hauptstudiums. Sie sollen einen Anreiz geben, aber keinesfalls als
Entscheidungsgrundlage dienen. Ein persönliches Gespräche mit der/dem
jeweiligen Professor/in ist unersetzlich für eine so weitreichende
Entscheidung. Als nützliche Hilfestellung bietet der Verein jährlich
Anfang des Sommers für die Viertsemestler eine Hauptfachveranstaltung
an, in der die anwesenden Professoren und Studenten ihr Hauptfach
vorstellen und für Fragen zur Verfügung stehen. Die Termine werden hier
auf der Homepage veröffentlicht, Vereinsmitglieder werden per
Newsletter benachrichtigt!
BIOCHEMIE und MOLEKULARBIOLOGIE↑
Gesucht wird: Eine engagierte Person, die sich für die Entwicklung von neuen
Diagnostik Methoden, bzw. neuer Therapieformen, basierend auf Grundlagen-
forschung interessiert. Dabei ist der Berufliche Einsatzbereich äußerst weit ge-
fächert, von der Medizinforschung und dem Pharmabereich, ist aber auch ein
Einsatz in der Lebensmittelchemie denkbar. Dabei steht das eigene Engagement
an vorderster Stelle als Garant für eine erfolgreich Uni-/Berufskarierre. Lesen
und Fragen sind zwei Möglichkeiten, wie man sich einen möglichst breiten
wissenschaftlicher Background erarbeiten kann und wer Erfolg hat, dem stehen
alle Türen in Greifswald offen, von der Promotion, über die Auslandkontakte
nach Schweden, Schottland, etc., bis zur Unterstützung auf dem Weg zum Auf-
bau einer eigenen Biotechnik Firma lassen sich in Greifswald die Weichen stellen.
Doch zu beachten gilt, dass Fach muss einen wirklich begeistern und auch die
“Wellenlänge” zu den “Chefs” muss stimmen, soll man doch eine lange Zeit zu-
sammenarbeiten, dass heißt sich mal die Labore ansehen und ein Gespräch mit
dem Professor führen, dafür sind sie immer bereit. Ein Beispiel für ein aktuelles
Forschungsthema: Analyse von Genetischen Polymorphismen, dass sind Bereiche
in Proteinen, die eigentlich unbedeutend sind, dass heißt es können verschiedene
Aminosäuren eingebaut werden, ohne dass ein defektes Enzym entsteht. Die Beo-
bachtung war aber, dass bestimmte Mutationen von solch unbedeutenden Be-
reichen nur bei Krebspatienten Auftreten. Nun wird nach einer Diagnostikmethode
gesucht, die Aufschluss geben soll, welche Art von Krebs bei welcher Mutation
häufiger Auftritt. Letztlich lassen sich so Risikogruppen besser beobachten und
medizinische Vorgehen besser planen.
HUMONÖKOLOGIE und UMWELTTOXIKOLOGIE↑
Dieses Fach beschäftigt sich mit den Wechselwirkungen zwischen Mensch und
Umwelt, wobei vorrangig der Einfluss der Umweltbedingungen auf den Menschen
untersucht wird.
Die späteren Einsatzgebiete sind sehr vielseitig. Auch hier bieten sich auf dem
Gebiet der Forschung Arbeitsplätze in verschiedenen Laboratorien, Instituten
und v.a. in der Industrie an, aber auch eine Beratertätigkeit, z.B. in Umwelt-
und Gesundheitsämtern oder in Konzernen jeglicher Art, kann ausgeübt werden.
Besprochen werden medizinische Aspekte, d.h. die Reaktion des Menschen auf
bestimmte Umweltfaktoren, theoretische Untersuchungsmethoden und Labor-
praktiken, Möglichkeiten des praktischen Umweltschutzes (sowie psychologische
und philosophische Ansätze der Ökologie. Zu letzterem sei besonders Prof. Ott
- Umweltethiker der Frank- furter Schule erwähnt).
Das Hauptstudium umfasst zu einem großen Prozentsatz Praktika und Übungen,
die Zahl der eigentlichen Vorlesungen ist dagegen gering. Die Veranstaltungen
werden vom Insitut für Hygiene und Umweltmedizin durchgeführt.
Der Schwerpunkt dieses Instituts liegt vor allem in der Krankenhaushygiene, da
dessen Direktor Herr Prof. Kramer als Krankenhaushygieniker der Uniklinik sowie
als Präsident der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene tätig ist. Als
Hiwi oder Diplomand kann man sich neben Umweltschadstoffen vor allem mit der
Biofilmbildung u.a. auf Medizinprodukten beschäfftigen. Zur Zeit wird vor allem
die Wirkung von physikalischem Plasma auf Biofilmen untersucht. Im Zellkultur-
labor wird u.a. die Testung von Antiseptika auf Zytotoxizität nach Medizinpro-
dukteverordnung durchgeführt. Da die meisten Arbeiten in Kooperation mit der
Industrie durchgeführt werden, ist die Forschung hier vor allem anwendungsbe-
zogen. Nach dem Studium bietet Prof. Kramer die Ausbildung zum Dr. rer. med an.
IMMUNOLOGIE↑
Alle, die ihre Berufsvorstellungen irgendwo zwischen Grundlagenforschung und
medizinischer Anwendung ansiedeln oder die “Laborseite” der Pharmaindustrie
interessiert, sind im Hauptfach Immunologie genau richtig. Unter Leitung von
Frau Professor Doktor Bröker wird euch ein Studium geboten, welches sich aus
ca. 1/3 Theorie und 2/3 Praxis zusammensetzt.
Die zum Hauptfach gehörenden Vorlesungen bauen einerseits auf der Grundvor-
lesung im 3. Semester auf, indem sie immunologisches Verständnis weiter fördern
und euch einen noch detaillierteren Einblick in z.B. molekulare Mechanismen des
Immunsystems geben, beinhalten andererseits aber auch vollkommen neue, v.a.
medizinische Themen wie Autoimmunerkrankungen oder Stressantwort. Außerdem
vermitteln sie euch eine gute Grundlage für die obligatorischen Praktika. Durch
den hohen Praxisanteil werdet ihr schon früh mit generellen Arbeits- und Labor-
methoden vertraut gemacht. Die Praktika finden meist in kleinen Gruppen von
meist 4-6 Personen statt und sind teilweise zeitlich auch selbst zu organisieren,
da einige mitten in der Vorlesungszeit liegen. Außerdem ist ein dreiwöchiges
Projektpraktikum in einer der Arbeitsgruppen der Immunologie vorgesehen, das
gleichzeitig auch eine kleine Vorbereitung auf das ist, was euch in eurer Diplom-
arbeit erwarten könnte. Das Fach wird durch diverse Interessenveranstaltungen,
wie z.B. dem Journal Club oder das Block Seminar abgerundet, in welchen wissen-
schaftliche Publikationen (paper) auf Englisch vorgestellt werden. Diese sind
erstens ein wichtiger Zugewinn an Erfahrung und ist zweitens völlig harmlos was
euer Leib und Leben angeht, wenn man sich im Englischen (noch) nicht so heimisch
fühlt. Zudem erwarten euch teilweise englische Vorlesungen von Prof. Jack und
englische Vorlesungsfolien.
Wichtig für eure Entscheidung sind eure eigenen Fragen, welcher ihr jederzeit gerne
den älteren Semestern, auf der im 4. Semester angebotenen Hauptfachveranstaltung,
oder in wichtigen Fällen bei einem Gespräch mit Frau Professor Bröker selbst stellen
könnt. Grundsätzlich gilt, dass es im (Diplom-) Studium viel gestalterische Freiheit
gibt, seien es neue Seminare, neue Ideen für Koorporationen der Immunologie, Praktika
im Ausland oder ähnliches. Dies bedarf jedoch immer großer Eigeninitiative und Engage-
ment auf eurer Seite.
Immunologie ist ein modernes, spannendes Fach, das sich durch einen hohen Praxis-
anteil und einen interdisziplinären Charakter auszeichnet, gut betreut wird, Spaß
macht und – Interesse vorausgesetzt – insgesamt für das Humanbiologie Studium
sehr zu empfehlen ist.
MOLEKULARE MIKROBIOLOGIE und VIROLOGIE↑
Beim Hauptfach “Mikrobiologie/Virologie” des Studienganges Humanbiologie handelt
es sich eigentlich um 2 Fächer, denn die Vertiefung erfolgt entweder in Richtung
Virologie oder Molekulare Mikrobiologie. Gemeinsam ist beiden Richtungen, dass der
/die StudentIn sich in den folgenden drei Hauptbereichen weiterbildet:
a) Molekulare Mikrobiologie,
b) Medizinische Mikrobiologie und
c) Virologie
Dabei wird je nach Vertiefungsrichtung der Schwerpunkt etwas anders auf diese
Teilbereiche gesetzt. Die Voraussetzungen für das Fach Mikrobiologie/ Virologie
sind in Greifswald sehr gut, denn uns stehen renommierte Arbeitsgruppen im
Institut für Mikrobiologie und Molekularbiologie, die Abteilung Virologie des Insti-
tutes für Medizinische Mikrobiologie und schließlich auch die Bundesforschungs-
anstalt für Viruskrankheiten der Tiere auf der Insel Riems offen. Dieses Hauptfach
ist so konzipiert, dass modernste Lerninhalte und Techniken vermittelt werden,
wobei auch die klassischen Aspekte nicht zu kurz kommen. Die (von uns Human-
biologen sehr oft erwünschte) Verbindung zwischen naturwissenschaftlichen
Grundlagen und deren Anwendung in der Medizin ist in diesem Hauptfach ersicht-
lich. So handelt es sich z.B. bei einem Forschungsschwerpunkt im Institut für
Mikrobiologie/Molekularbiologie um die Molekularen Mechanismen der Pathogenität
von gram-positiven Bakterien. Die Ausbildung wird sowohl von der Mathematisch-
Naturwissenschaftlichen als auch von der Medizinischen Fakultät getragen. In den
oben genannten Einrichtungen sind StudentInnen immer herzlich willkommen und
eingeladen, einmal herein zu “schnuppern”, d.h. sich so früh wie möglich über den
Laboralltag oder eventuelle Einsatzgebiete zu informieren. Es besteht auch die
Möglichkeit als studentische Hilfskraft in den Arbeitsgruppen praktische Erfahrungen
zu sammeln. Man kann sich auf einen gut organisierten Studienund Praktikums-
verlauf, auf gutes Arbeitsklima sowie optimale Betreuung während des gesamten
Studiums durch die Verantwortlichen verlassen. Der im Institutentstehende Kontakt
zu StudentInnen höherer Semester oder z.B.zu Diplomanden ist die beste Art und
Weise einen richtigen Eindruck vom Institut und der Arbeit zu erhalten. Was nicht
heißen soll, dass die Zukunft an einer Uni die einzig mögliche ist. Im Gegenteil:
Dem/Der StudentIn, der/die sich für dieses Hauptfach begeistert, stehen alle Türen
in die facettenreiche internationale Arbeitswelt offen. Für zukunftsträchtige Sparten
wie die biooder/und gentechnologisch arbeitende Industrie und auch medizinische
Forschungseinrichtungen dürften Humanbiologen mit einer solch fundierten, anwen-
dungsorientierten und modernen Ausbildung höchst attraktive Arbeitnehmer sein.
Weitere Informationen zur Arbeit am
1. Institut für Mikrobiologie und Molekularbiologie unter:
www.mikrobiologie.uni-greifswald.de
2. Institut für Medizinische Mikrobiologie unter:
www.medizin.uni-greifswald.de/mikrobio/
3. FLI – Friedrich-Löffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit unter:
www.fli.bund.de/
FUNKTIONELLE MORPHOLOGIE und PHYSIOLOGIE↑
Der thematische Schwerpunkt des Hauptfaches “Funktionelle Morphologie” stellt
truktur-Funktions-Beziehungen von Zellen und Geweben dar. Um es präziser zu
formulieren, wir wollen konsequent einem Bild, das wir von einer Zelle bzw. von
einem Gewebe erzeugen, eine Funktion zuordnen können.
Worin liegt die Wichtigkeit eines solchen Vorgehens? Gewebe oder gar Organe
sind in der Regel sehr heterogen zusammengesetzt, mit anderen Worten, sie be-
stehen aus vielerlei Arten von Zellen. Um die Funktioneines Organs aufrecht zu
erhalten, interagieren diese Zellen. Daraus ergibt sichkonsequenterweise, dass
man Zellen bzw. ihre Funktionen in situ, d. h. in ihrem Zellverband darstellen
muss. Unter pathologischen Bedingungen ist dafür das beste Beispiel die Tumor-
entwicklung. In diesem Falle können nur sehr wenige Zellen in einem Zellverband
bösartig entarten und ihr Erkennen kann von hoher prognostischer Bedeutung für
den Patienten sein. Aber auch unter physiologischen Bedingungen können wir die
Funktionsweise eines Zellverbandes oder eines Organs oft nur dann begreifen,
wenn wir verstehen lernen, wie einzelne Zellsorten in einem Zellverband ihre Funk-
tionen entfalten.
Um diese Funktionen innerhalb eines Zellverbandes darstellen zu können, bedient
man sich verschiedener wissenschaftlicher Methoden. Neben den konventionellen
routinehistologischen Färbungen und der konventionellen Licht- und Elektronen-
mikroskopie sind wir in der Lage, biochemische Vorgänge in situ, d. h. in der Zelle
darzustellen.
Vorteil von diesem Fach ist das vielfältige Vorlesungs- und Prakikumsangebot, von
denen die Studenten die Sachen auswählen können, für die sie sich am meisten
interessieren. Als Beispiel wären hier die Vorlesungen über Pahtologie, oder ver-
schiedene Zellphysiologische Themen zu nennen.
PHARMAKOLOGIE und WIRKSTOFFKUNDE↑
In der Pharmaklologie beschäftigt man sich mit der Wechselwirkung zwischen
Arzneimitteln bzw. Giften und dem Organismus. Der Stoff des Hauptfaches ist
identisch mit dem des Pharmazeuten in der allgemeinen und klinischen Pharma-
kologie, umfasst jedoch nicht die Zubereitung, Analytik und Abgabe von Arznei-
mitteln.
Thematiken des Haupt- bzw. Nebenfaches:
> Herstellung von Wirkstoffen und deren Vorkommen in biologischem Material
> Biologische Wirkungen von Arzneistoffen im Organismus
> Methoden zur Beschreibung der Pharmakokinetik und -dynamik
> Gesetze und Regeln der Arzneimittelprüfung und -zulassung und Grundsätze
der Qualitätssicherung
Typische Einsatzgebiete von Pharmakologen:
> Forschung und Entwicklung sowie Standardisierung und Kontrolle der
Produktion von Wirkstoffen
> Bundes- und Landesämter der Umweltüberwachung sowie im Natur- und
Umweltschutz
> Marketing sowie Absatz- und Verbraucherberatung der Pharmaindustrie
und des Pflanzenschutzes
Das Institut unterteilt sich in verschiedene Bereiche wie die klinische Pharma-
kologie, Toxikologie, Pharmakogenetik, Molekulare Pharmakologie. Seit 1999 wird
ein Austauschprogramm mit der Universität Turku (Finnland) aufgebaut.
Nebenfach Genetik↑
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